Beitrag von Daniela Lupp
FreiSein für den Frieden
Der natürliche Zustand der Welt ist nicht Krieg, sondern Frieden – und dieser ist eine Entscheidung und eine Haltung. Genau darum geht es in unserem Buch: „Ohne Frieden ist alles nichts – Entmutigungen für Kriegstreiber“.
Es ist kein Appell, kein Trost, kein Buch der schnellen Antworten. Es ist eine Suche nach der wesentlichen Frage: Wie gelingt Frieden? sowie eine vielstimmige Erkundung unbequemer Diagnosen und verschiedener Wege, die nicht nur weg vom Krieg, sondern hin zum Frieden führen können. Denn solange wir nicht verstehen, wie und warum Krieg überhaupt möglich
wird, bleibt dauerhafter Frieden unerreichbar.
Krieg ist kein Schicksal, sondern ein System – ein System aus Macht, Profit, Angst und stillgelegter Verantwortung, das es zu durchschauen und aufzudecken gilt. Ein System, das sich so tief in unsere Sprache, unsere Medien, unsere Wirtschaft und sogar unser Denken eingegraben hat, dass viele kaum noch erkennen, wie sehr sie darin gefangen sind. Dieses Werk ist ein Zeugnis dafür, dass es Menschen gibt, die nicht glauben, dass Krieg einfach dazugehört. Die nicht akzeptieren, dass Frieden nur jenen vorbehalten ist, die genug Macht haben, ihn sich zu leisten. Und die wissen, dass gesteuerter Wohlstand, missbrauchte Technik oder eine Demokratie, die nur noch Fassade ist, keine Werkzeuge des Friedens sein können.
Das Buch versammelt vierzehn unabhängige Stimmen – aus Philosophie, Psychologie, Soziologie, Pädagogik, Geschichte, Journalismus, Medizin, Wirtschaft und politischer Praxis. Jeder Autor wählte sein Thema frei und unbeeinflusst, jeder spricht aus einer anderen Perspektive, doch alle eint die Überzeugung: Frieden ist möglich, wenn wir aufhören, ihn als Utopie abzutun oder als bloße Unterbrechung von Gewalt anzusehen. Er muss in uns selbst und in unsere Beziehungen einkehren. Nur dann kann er sich wie ein helles Licht auch in dunklen Herzen ausbreiten und uns nach Jahrtausenden von Ausbeutung und Hass, Täuschung und Gewalt endlich in unseren menschlichen Urzustand zurückführen.
Kein Text in diesem Buch wiederholt den anderen. Keiner passt sich an. Und dennoch ist daraus kein Chaos entstanden, sondern ein roter Faden: der Weg von der Analyse zur Haltung, vom System zur Seele, vom Problem zur Möglichkeit. Die Essays enthalten sowohl historische Analysen als auch persönliche Reflexionen, beschäftigen sich mit inneren und äußeren Prozessen, durchleuchten bestehende Modelle und bieten Impulse zum Handeln.
Wir haben bewusst darauf verzichtet, einen ausschließlich „friedlichen“ Ton anzuschlagen. Denn wer heute von Frieden spricht, muss auch von Widerstand gegen Entmenschlichung sprechen, von Wahrheit, von Mut – und zugleich erkennen, dass ohne die Entwicklung friedfertiger Konfliktfähigkeit nur ein Scheinfrieden bleibt, der auf das nächste kriegerische Aufflammen wartet.
Es ist ein Buch gegen Resignation, Ohnmacht und die zunehmende Kriegsrhetorik und Entmündigung. Ein Buch, das zeigt: Frieden beginnt nicht irgendwo da draußen – sondern in uns, in unseren Entscheidungen und in unseren Worten. Und er beginnt ebenso in unserem Schweigen, dort, wo die Welt im Chor schreit.Es endet mit einem klaren Satz aus dem Nachwort: „Ohne Frieden ist alles nichts.“ – Ein Satz, der so viel trägt, dass er zum Titel wurde und der zeigt, was es zu bewahren gilt: die Schönheit dieser Welt und die Menschlichkeit, die sie erfüllt.
Wir laden herzlich ein, diese Friedenswelt mit uns zu betreten. Sie möchte Blickwinkel öffnen, zu Diskussionen und Kritik anregen, aber vor allem aufrütteln und berühren. Denn eines ist sicher: Die Welt braucht nicht weniger, sondern mehr Stimmen für den Frieden. Sie sind die unverzichtbare Voraussetzung für ein würdevolles, gerechtes und lebenswertes Miteinander. Dieses Buch ist ein Anfang.
Mit Beiträgen von Dr. Martin J.F. Steiner, Mag. Daniela Lupp, Kerstin Chavent, Mag. Ortwin Rosner, Dr. Angelika Mayerhofer-Battlogg, Mag. Stephanie Grünberger, Mag. Walter Schönthaler, Tom-Oliver Regenauer, Mag. Elisabeth Mayerweck, Raymond Unger, Michael Karjalainen-Dräger, Dr.Peter Kolba, Wolfgang Effenberger, Prof. Dr. Dr. Martin Haditsch.
Wir möchten allen danken, die dieses Friedensprojekt möglich gemacht haben – für ihr Engagement, ihre Offenheit und die Bereitschaft,
gemeinsam an einer Vision zu arbeiten, die heute eine besondere Dringlichkeit aufzeigt.
Wir danken all den wunderbaren Autoren in diesem Buch. Ebenso der Plattform RESPEKT – Plattform für Freiheit, Grundrechte und Rechtsstaatlichkeit für dessen wertvolle Unterstützung sowie dem Verlag Frank&Frei, der dem Projekt mit großer Sensibilität, Sorgfalt und Professionalität Gestalt verliehen hat.
