Ein Sonnenuntergang

Ein Sonnenuntergang

Die kapitalistische Wirtschaftsordnung hat sich über die Jahrhunderte hinweg in klar unterscheidbaren Phasen entwickelt. Karl Marx (1818 bis 1883) und Wladimir Lenin (1870 bis 1924), der sich intensiv mit dem Imperialismus auseinandersetzte, haben sie sehr präzise herausgearbeitet. Von der ursprünglichen Akkumulation über die Industrialisierung bis zum Imperialismus, dem der Parasitismus eigen ist, wie es Lenin formulierte (2), zeigten sie die ökonomischen, sozialen und politischen Dynamiken ebenso auf wie die inneren Widersprüche, die den Kapitalismus prägen, ihn von einer Krise in die nächste taumeln lassen und ihn schließlich zerreißen. Wegen der politischen und ökonomischen Entwicklungen in der Gegenwart verdient seine Endphase besondere Beachtung.

Zwischen Flexibilität und Prekarität: Was der Wegfall der Zuverdienstgrenze für Betroffene bedeutet

Zwischen Flexibilität und Prekarität: Was der Wegfall der Zuverdienstgrenze für Betroffene bedeutet

Einleitung Die Bundesregierung plant einen tiefen Einschnitt ins System der Arbeitslosenunterstützung: Künftig soll es nicht mehr möglich sein, neben Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe geringfügig dazuzuverdienen. Offiziell gehe es um Einsparungen und stärkere Anreize für „echte“ Arbeitsaufnahme. Doch besonders für Menschen in der Kreativwirtschaft und im Kulturbereich steht weitmehr auf dem Spiel: nämlich die schlichte Überlebensmöglichkeit in…

Die Zukunft von Odysee

Die Zukunft von Odysee

Unsere ursprüngliche Absicht für Odysee bestand darin, eine Medienplattform zu schaffen, die an das alte YouTube erinnert, jedoch dezentralisiert ist. In erster Linie ging es darum, die Unabhängigkeit der Benutzer zu erhöhen, indem wir ihnen die Möglichkeit geben, die Richtlinien selbst zu definieren. Darüber hinaus sollte eine Struktur geschaffen werden, die es unmöglich macht, Nutzer zu verbannen und zu löschen (no single point of failure). Kurz gesagt ging es darum, echte Zensur-Resistenz zu gewährleisten.

BeGEISTerung – eine not-wendende Tugend in Zeiten wie diesen

BeGEISTerung – eine not-wendende Tugend in Zeiten wie diesen

Die Seelenqualität der Begeisterung, die gerade in unseren heutigen Krisenzeiten eine dringende Notwendigkeit ist, weil sie in der Lage ist, unsere Not zu wenden, braucht aber Momente, in denen wir bereit sind, sie zuzulassen. Ihr zum Ausbruch verhelfen kann die Begegnung mit anderen Menschen in einer gemeinschaftlichen Zusammenkunft, aber auch ein Text, ein Buch, ein gehörtes Wort haben die Macht, unsere Seele zu erfassen und einen Sturm der Begeisterung auszulösen. In diesen Momenten wachsen wir über unser physisches und psychisches Dasein hinaus, wir transzendieren quasi unsere irdische Wirklichkeit und holen ein Stück vom Himmel auf die Erde. Denn an uns allein liegt es, ob wir unser Leben himmlisch oder wie eine Hölle gestalten – für uns selbst und alle anderen.

Sozialer Terror

Sozialer Terror

Ein Mordanschlag auf einen amtierenden Regierungschef, Sprengstoff in der Zigarre eines Revolutionärs, heimtückische Drohnenmorde oder Schüsse auf einen Bewerber um das Amt des US-Präsidenten sind keine Besonderheiten im Ablauf der Geschichte, sondern eine Wiederholung bekannter Muster. In der Epoche der totalen Vernetzung und der ökonomischen Verwertung von allem und jedem werden diese Gewaltakte zum Bestandteil des globalen medialen Spektakels: dem Informationsterror. Mitgerissen von einem Tsunami aus News, Bildern, Videos und Wissenssplittern, erzeugen sie einen Moment der emotionalen Erregung und versinken wie Steine im Ozean der Reizüberflutung. In ihm verschwimmen Realität und Fiktion.

Um den Berg herum

Um den Berg herum

Während sich Superreiche, Konzerne, Finanzmonopole und Börsenplätze schon lange aus der Zwangsjacke Staat befreit haben, verdeutlichten die Europawahlen 2024 den parteiübergreifenden Schulterschluss mit dem Kapitalismus und die Gewissheit, dass die Zeit der Nationalstaaten abgelaufen ist. In der Europäischen Union (EU) sind die Weichen gestellt für eine bipolare Ordnung feudalistischer Prägung, die auch weltweit an Form…

Das Fleisch der anderen

Das Fleisch der anderen

Kennen Sie „Dawn of the Dead“, auch bekannt als „Zombie“? Den Horrorfilm von George A. Romero. Sie wissen schon: der Streifen mit den lebenden Toten, die Menschenfleisch essen (1). Der Film kam 1978 in die Kinos. Nach dem Ende des Vietnamkriegs und überstandener Erdölkrise war die Menschheit schon wieder reif für den totalen Untergang.

Die Herrschaft wegwerfen

Die Herrschaft wegwerfen

Es gibt genug gute Gründe, um die Reißleine zu ziehen und eine neue Form ökonomischer und gesellschaftlicher Organisation zu etablieren: der Hunger in der Welt, das Elend vor der Haustür, der Völkermord in Gaza, der Krieg in der Ukraine oder die politische Klasse in Berlin, Paris oder Brüssel, die sich in ihrer irrationalen Kriegsrhetorik zu übertreffen sucht, während Pauperisierung und soziale Deprivation die Gesellschaften zerfressen.

Ende des Inhalts

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